Geburt

Den Horst des mächtigen Adlers ziert
Ein einzeln Ei
Es liegt und friert.

Meterhoch auf steilem Fels
Hälts nicht mehr das Adlerküken.

Unter Strampeln unter Picken
Bricht die Schale und dem Sonnenstrahle
Folgt das junge Tier nun gierig

Noch ists schwierig für das Kleine
Entgegen schon dem hellen Schein
Reckt es aus dem zähen Schleim
Von Eigelb und von Eierweiß
Nunmehr seine schwachen Beine
Vorwärts in den Weltenkreis

Es mieft und tropft
Es trieft und hopft sich langsam trocken
Schreit nach Brocken frischen Fleischs
Doch vergebens rufts und kreischts
Denn die Mutter ist des Lebens
Seit einer Stunde schon beraubt

So ein Mensch wars, der sich dachte:
„Wenn ich dieses Tier bloß schlachte,
Nähm ichs mit damit mans glaubt,
Was ich in den Bergen machte“

Was das alles heißen soll? (auch Moral):

Das Küken krepiert
Die Mutter stiert
Vom Kamin in der Stadt
Und verstaubt
Und verstaubt
Und verstaubt
Und verstaubt

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